El Lissitzky

Geboren am:
10. November/23. November 1890 in Potschinok, Russland

Gestorben am:
30. Dezember 1941 in Moskau, Russland

Bedeutender Künstler des:

Konstruktivismus

Fotografie, Selbstportrait, 1914

Image
El Lissitzky Selbstportrait, Fotografie

Kurzfassung

El Lissitzkys Plakat „Schlagt die Weißen mit dem roten Keil!“ zeigt ein rotes Dreieck, das in einen weißen Kreis eindringt, umgeben von schwarzen Formen und russischer Schrift.

El Lissitzky, „Schlagt die Weißen mit dem roten Keil!“, 1919–1920, Farblithografie. Das Propagandaplakat übersetzt den Kampf zwischen der Roten und der Weißen Armee in eine dynamische Komposition aus wenigen geometrischen Formen.

Von der Fläche in den Raum

El Lissitzky gehörte zu den vielseitigsten Gestaltern der russischen Avantgarde. Für ihn war Kunst kein abgeschlossenes Objekt, sondern ein Mittel, Wahrnehmung und Gesellschaft zu verändern. Er verband Malerei, Architektur, Fotografie, Typografie und Ausstellungsgestaltung zu einer neuen visuellen Sprache.

Als Lasar Markowitsch Lissitzky wurde er 1890 in Pochinok nahe Smolensk geboren. Von 1909 bis 1914 studierte er Architektur in Darmstadt. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrte er nach Russland zurück und arbeitete zunächst an Projekten der jüdischen Kulturbewegung, darunter an jiddischen Kinderbüchern.

1919 holte Marc Chagall ihn an die Volkskunstschule in Witebsk. Dort begegnete Lissitzky Kasimir Malewitsch und dessen Suprematismus. Aus dieser Auseinandersetzung entwickelte er seine „Prounen“: abstrakte Kompositionen, in denen geometrische Körper zu schweben, zu kippen und sich im Raum zu verschieben scheinen. Sie sollten den Übergang von der Malerei zur Architektur eröffnen.

Wie unmittelbar er abstrakte Form und politische Botschaft verband, zeigt das Plakat „Schlagt die Weißen mit dem roten Keil!“. Ab 1921 lebte und arbeitete Lissitzky zeitweise in Deutschland. Im Austausch mit Hans Arp, Kurt Schwitters, Theo van Doesburg und László Moholy-Nagy wurde er zu einem wichtigen Vermittler zwischen russischer und westeuropäischer Avantgarde. Bücher, Zeitschriften und Ausstellungsräume behandelte er als dynamische Gesamtkompositionen.

Nach seiner Rückkehr nach Moskau entwarf Lissitzky visionäre, jedoch nicht realisierte Architekturprojekte sowie internationale Ausstellungspavillons. In den 1930er-Jahren arbeitete er auch für die sowjetische Staatspropaganda, besonders für die Zeitschrift „UdSSR im Bau“. Er starb 1941 an Tuberkulose. Sein Zusammenspiel von Bild, Schrift, Fotografie und Raum prägt Grafik- und Ausstellungsdesign bis heute.

Künstler der russischen und internationalen Avantgarde

Kasimir Malewitsch und Làszlò Moholy-Nagy