Emil Nolde
Geboren am:
7. August 1867 in Buhrkall, Deutschland
Gestorben am:
13. April 1956 in Seebüll, Dänemark
Bedeutender Maler des:
Expressionismus
Fotografie, 1929
Kurzfassung
Der von Ada und Emil Nolde angelegte Garten in Seebüll war Rückzugsort und wichtige Inspirationsquelle für Noldes farbintensive Blumenbilder. Die Aufnahme zeigt einen Teil der üppigen sommerlichen Bepflanzung.
Die Ausdruckskraft der Farbe
Emil Nolde zählt zu den bekanntesten, zugleich widersprüchlichsten Künstlern des deutschen Expressionismus. Seine intensive Farbigkeit verlieh Blumen, Marschlandschaften, Meeren, Masken, Tänzern und biblischen Szenen eine unmittelbare emotionale Kraft. Farbe war für ihn nicht schmückendes Mittel, sondern der eigentliche Träger des Ausdrucks.
Geboren wurde er 1867 als Hans Emil Hansen im nordschleswigschen Dorf Nolde, dessen Namen er 1902 annahm. Nach einer Ausbildung zum Holzschnitzer und Jahren als Zeichenlehrer wandte er sich ganz der Kunst zu. 1906 schloss er sich kurzzeitig der Künstlergruppe „Brücke“ an, arbeitete jedoch bald wieder unabhängig.
In Berlin fand Nolde seine Motive im Theater, in Cafés und im nächtlichen Großstadtleben; im deutsch-dänischen Grenzland prägten ihn Himmel, Meer und flache Marsch. Besonders in seinen Aquarellen ließ er die Farben ineinanderfließen und aus dem nassen Papier heraus leuchten. Daneben entstanden Holzschnitte, Radierungen und kraftvolle religiöse Gemälde.
Die Reise nach Deutsch-Neuguinea 1913/14 fand im Rahmen einer kolonialen Expedition statt. Seine dort entstandenen Porträts und die früher verbreitete Vorstellung einer Suche nach menschlichen „Urzuständen“ müssen heute im Zusammenhang mit kolonialen Machtverhältnissen und stereotypen Sichtweisen gelesen werden.
Ebenso unverzichtbar ist der Blick auf Noldes Verhalten im Nationalsozialismus. Obwohl mehr als 1.000 seiner Werke beschlagnahmt wurden und er 1941 ein Berufsverbot erhielt, war Nolde NS-Parteimitglied, Antisemit und hielt bis zum Kriegsende am Regime fest. Das Berufsverbot war kein vollständiges Malverbot. Die später als heimlich entstanden dargestellten „Ungemalten Bilder“ trugen nach 1945 zum Mythos des verfolgten Künstlers bei – eine Selbstdarstellung, die die Forschung grundlegend korrigiert hat.
Weitere bedeutende Expressionisten
Paul Gauguin (Vorläufer), Vincent van Gogh (Vorläufer), Erich Heckel, Henri Matisse, Franz Marc, Edvard Munch (Vorläufer) und Wassily Kandinsky

