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Franz Marc verdichtet Tiere, Bäume und scharf aufeinanderstoßende Farbflächen zu einem Bild bedrohter Natur. „Tierschicksale“ von 1913 verbindet die Formexperimente des Expressionismus mit einer beklemmenden Untergangsstimmung.
Farben lösen sich vom Naturvorbild, Alltagsgegenstände werden zu Kunst, und neue Ideen verbinden Gestaltung mit dem täglichen Leben. Zwischen 1911 und 1920 verändern Blauer Reiter, Dada und Bauhaus die Moderne – während Weltkrieg und Revolution Europa erschüttern.
Der künstlerische Aufbruch beginnt bereits vor dem Krieg und setzt sich unter völlig veränderten Bedingungen fort. Manche Werke machen Angst und Verletzlichkeit sichtbar, andere suchen nach geistiger Ordnung oder greifen die Gesellschaft mit Spott an. Eine gemeinsame Antwort gibt es nicht. Gerade diese Vielfalt macht das Jahrzehnt zu einer entscheidenden Phase der modernen Kunst.
1911–1913: Die Avantgarde überschreitet Grenzen
1911: Der Blaue Reiter eröffnet neue Bildwelten
In München entsteht der Kreis des Blauen Reiters. Nachdem die Neue Künstlervereinigung München ein weitgehend abstraktes Gemälde von Wassily Kandinsky zurückgewiesen hat, verlassen Kandinsky, Franz Marc und Gabriele Münter die Vereinigung. Im Dezember organisieren sie in der Galerie Thannhauser eine eigene Ausstellung. Der Blaue Reiter ist keine fest umrissene Künstlergruppe mit einheitlichem Stil, sondern ein offener Zusammenhang aus Ausstellungen, persönlichen Verbindungen und gemeinsamen Veröffentlichungen. Besonders Kandinsky und Marc interessiert, wie Farben und Formen geistige Erfahrungen ausdrücken können. Lenbachhaus
Die Suche nach einer Kunst jenseits der sichtbaren Dinge hat mehrere Ausgangspunkte. In Schweden arbeitet Hilma af Klint bereits seit 1906 an abstrakten, von spirituellen Vorstellungen geprägten Bildern. Ihre Arbeiten bleiben dem breiten Publikum zunächst weitgehend unbekannt. Die Geschichte der Abstraktion umfasst damit auch Entwicklungen außerhalb der öffentlich besonders sichtbaren Künstlerkreise. Lenbachhaus
Auch für die Brücke beginnt ein neuer Abschnitt: 1911 verlagert sich ihr Mittelpunkt von Dresden nach Berlin. Unter den Eindrücken der Großstadt entwickeln die Mitglieder ihre Bildsprachen zunehmend individuell weiter. Der gemeinsame Aufbruch führt also nicht zu dauerhafter künstlerischer Einheit, sondern eröffnet unterschiedliche Wege. Brücke-Museum
1912: Kunst wird international – und das Bild bekommt neue Materialien
Im Mai erscheint der von Kandinsky und Marc herausgegebene Almanach „Der Blaue Reiter“. Moderne Gemälde stehen darin neben Volkskunst, älteren Werken und Kunst aus außereuropäischen Kulturen; auch Musik gehört zum gedanklichen Zusammenhang. Die Gegenüberstellungen stellen akademische Rangordnungen infrage. Künstlerischer Ausdruck soll nicht allein nach naturgetreuer Darstellung oder handwerklicher Perfektion beurteilt werden. Entscheidend ist, welche innere Bedeutung ein Werk vermittelt. Lenbachhaus
Die Sonderbund-Ausstellung in Köln bringt wichtige Entwicklungen der internationalen Moderne zusammen. Werke von Vincent van Gogh, Paul Cézanne und Paul Gauguin begegnen Arbeiten jüngerer Künstler wie Kandinsky, August Macke und Picasso. Dadurch werden Verbindungen zwischen verschiedenen Generationen und Ländern sichtbar. Selbst die Präsentation setzt neue Maßstäbe: Helle Wände, eine durchdachte Hängung und ein einheitlich gestalteter Auftritt lenken die Aufmerksamkeit auf die Kunst. Kröller-Müller Museum
Pablo Picasso und Georges Braque erweitern unterdessen die Möglichkeiten des Kubismus. Picasso verwendet in „Stillleben mit Rohrstuhlgeflecht“ bedrucktes Wachstuch, Braque entwickelt mit „Fruchtschale und Glas“ eine frühe Papierklebearbeit. Das Bild besteht nun nicht mehr ausschließlich aus gezeichneten oder gemalten Formen: Vorgefundene Materialien werden Teil der Darstellung. Diese Verbindung von wirklichem Material und bildlicher Illusion wird für Collage und Objektkunst wegweisend. MoMA
Auch die Erforschung älterer Kunst liefert einen bedeutenden Fund: Am 6. Dezember wird die Büste der Nofretete bei Ausgrabungen in Tell el-Amarna geborgen. Die Grabungskampagne steht unter der Leitung Ludwig Borchardts; die Büste stammt aus einem Werkstattkomplex, der dem Bildhauer Thutmosis zugeschrieben wird. Staatliche Museen zu Berlin
1913: Moderne Kunst sorgt für Aufsehen
Die Armory Show macht die europäische Avantgarde einem breiten amerikanischen Publikum bekannt. Besonders viel Aufmerksamkeit erhält Marcel Duchamps Gemälde „Akt, eine Treppe herabsteigend Nr. 2“ von 1912. Die menschliche Figur erscheint darin als Folge ineinandergreifender Bewegungsphasen. Statt einen Körper in einem einzigen Augenblick festzuhalten, verdichtet Duchamp Bewegung zu einem Bild. Für viele Besucher ist das eine Herausforderung an ihre Vorstellung davon, wie ein Akt aussehen sollte. Philadelphia Museum of Art
In Berlin löst sich die Brücke am 27. Mai auf. Konflikte um die gemeinsame Chronik verschärfen die bereits gewachsenen Differenzen. Die Künstler setzen ihre Arbeit eigenständig fort; das Ende der Vereinigung ist daher kein Ende des Expressionismus, sondern markiert die weitere Auffächerung seiner Ausdrucksformen. Brücke-Museum
Franz Marc malt „Tierschicksale“. Tiere, Baumstämme und scharf gegeneinander gesetzte Farbflächen bilden eine aufgewühlte Komposition. Die Natur erscheint hier nicht als friedlicher Gegenraum zur menschlichen Welt. Das Gemälde lässt sich vielmehr als Bild bedrohten Lebens lesen: Diagonalen und splitterartige Formen bedrängen die Tiere und erzeugen eine beklemmende Spannung. Kunstmuseum Basel
1914–1918: Weltkrieg, Zerstörung und künstlerische Gegenentwürfe
1914: Die Tunisreise und der Beginn des Weltkriegs
Im April reisen Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet nach Tunesien. Landschaften, Architektur und Licht geben ihnen neue Anregungen für den Umgang mit Farbe. Besonders für Klee wird die Reise zu einem wichtigen Schritt: In seinen Aquarellen verbindet er die Eindrücke des Ortes mit einer zunehmend eigenständigen Ordnung aus Farbflächen. Die Reise gehört zu den prägenden Begegnungen der drei Künstler mit der nordafrikanischen Landschaft und Kultur. Zentrum Paul Klee
Wenige Monate später beginnt der Erste Weltkrieg. Auf das Attentat von Sarajevo am 28. Juni folgen diplomatische Krisen, Mobilmachungen und Kriegserklärungen. Am 28. Juli erklärt Österreich-Ungarn Serbien den Krieg; Anfang August weitet sich der Konflikt durch den Kriegseintritt weiterer europäischer Großmächte aus. Die politischen Bündnisse verwandeln eine regionale Krise in einen Krieg von gewaltigem Ausmaß. Deutsches Historisches Museum
Der Krieg greift unmittelbar in Künstlerbiografien ein. August Macke wird Soldat und fällt am 26. September in der Champagne. Er ist erst 27 Jahre alt. Zwischen den leuchtenden Bildern seiner Tunisreise und seinem Tod liegen nur wenige Monate – ein besonders erschütterndes Beispiel dafür, wie abrupt der Krieg künstlerische Entwicklungen beendet. Museum August Macke Haus
1915: Das Schwarze Quadrat und die Angst um das eigene Schaffen
Kasimir Malewitsch präsentiert in der Ausstellung „0,10“ in Petrograd sein „Schwarzes Quadrat“. Das 1915 entstandene Gemälde wird zu einem Schlüsselwerk des Suprematismus. Ein schwarzes Viereck auf weißem Grund tritt an die Stelle einer erkennbaren Landschaft, Figur oder Alltagsszene. Malewitsch versteht diese Reduktion nicht als Ende der Malerei, sondern als Möglichkeit, Farbe und Form von ihrer Bindung an Gegenstände zu lösen. Die Ausstellung eröffnet im Dezember 1915. Tate
Eine ganz andere Bildsprache wählt Ernst Ludwig Kirchner in seinem „Selbstbildnis als Soldat“. Er zeigt sich in Uniform mit einer symbolisch abgetrennten rechten Hand. Das Bild lässt sich als Angstbild eines Künstlers verstehen, der seine Fähigkeit zu arbeiten und seine persönliche Unabhängigkeit bedroht sieht. Die Schärfe der Farben und Formen macht seelische Erschütterung sichtbar. Expressionistische Kunst kann so Erfahrungen ausdrücken, die sich in einer sachlichen Beschreibung kaum fassen lassen. Allen Memorial Art Museum
1916: Dada entsteht in Zürich
Am 5. Februar eröffnen Hugo Ball und Emmy Hennings das Cabaret Voltaire in Zürich. In der neutralen Schweiz begegnen sich Künstler und Schriftsteller, die aus unterschiedlichen Ländern kommen und den Krieg ablehnen. Zum frühen Kreis gehören unter anderem Tristan Tzara, Hans Arp und Marcel Janco. Aus ihren gemeinsamen Auftritten entwickelt sich Dada: eine Bewegung, die mit gewohnten Vorstellungen von Kunst, Sprache und kultureller Autorität bricht. Cabaret Voltaire
Gedichte, Musik, Geräusche und szenische Auftritte treffen aufeinander. Wo vertraute Sprache unglaubwürdig geworden scheint, werden Laute und unerwartete Kombinationen zu Ausdrucksmitteln. Emmy Hennings prägt die Bühne dabei ebenso wie ihre männlichen Kollegen. Auch gedruckte Veröffentlichungen tragen die Ideen weiter: Bereits im Mai erscheint die Zeitschrift „Cabaret Voltaire“. Der scheinbare Unsinn hat einen ernsten Hintergrund – die Suche nach einer Kunst jenseits von Kriegsbegeisterung und nationaler Abgrenzung. Kunsthaus Zürich, Kunsthaus Zürich
Während in Zürich neue Formen des Protests entstehen, fällt Franz Marc am 4. März bei Verdun. Ein Granatsplitter tötet den 36-jährigen Maler. Nach August Macke verliert die Kunst damit eine weitere herausragende Stimme aus dem Umfeld des Blauen Reiters. Mémorial de Verdun
1917: Revolution, Readymade und De Stijl
Der Krieg verändert die politische Weltordnung. Im April treten die USA in den Krieg ein. In Russland führt die Februarrevolution zum Ende der Zarenherrschaft; während der Oktoberrevolution übernehmen die Bolschewiki die Macht. Die Bezeichnungen der beiden Revolutionen folgen dem damals in Russland verwendeten julianischen Kalender: Nach dem gregorianischen Kalender fallen sie in den März und November. Deutsches Historisches Museum
In New York wird ein industriell gefertigtes Urinal zum Anlass einer grundlegenden Kunstdebatte. Duchamp reicht das mit „R. Mutt“ signierte Objekt unter dem Titel „Fountain“ für eine Ausstellung der Society of Independent Artists ein. Obwohl die Veranstaltung auf eine Auswahljury verzichten will, wird das Werk nicht gezeigt. Gerade die Zurückweisung und die anschließende öffentliche Diskussion machen deutlich, worum es beim Readymade geht: Kann bereits die Auswahl und neue Einordnung eines Gegenstands eine künstlerische Handlung sein? Philadelphia Museum of Art
In den Niederlanden gründet Theo van Doesburg die Zeitschrift „De Stijl“. Um sie entsteht ein Netzwerk, zu dem auch Piet Mondrian und Bart van der Leck gehören. Im Mittelpunkt stehen die Reduktion auf grundlegende Formen und Farben sowie die Suche nach ausgewogenen Verhältnissen. Diese Ideen sollen über die Malerei hinausreichen: Architektur, Möbel und Lebensräume werden Teil des gestalterischen Denkens. Während Dada Gewissheiten erschüttert, sucht De Stijl nach einer neuen, umfassenden Ordnung. Kunstmuseum Den Haag
1918: Kriegsende, Republik und neue Mitbestimmung
Im November bricht die deutsche Monarchie zusammen. Am 9. November wird in Berlin die Republik ausgerufen; am 11. November beendet der Waffenstillstand die Kämpfe an der Westfront. Der Übergang in eine neue politische Ordnung ist jedoch von Konflikten geprägt. Unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie Deutschland künftig regiert werden soll, stehen einander gegenüber. Deutsches Historisches Museum, Deutsches Historisches Museum
Am 12. November verkündet der Rat der Volksbeauftragten das gleiche Wahlrecht für Frauen und Männer; die entsprechende Wahlverordnung folgt am 30. November. Damit wird eine zentrale Forderung der Frauenbewegung verwirklicht. Politische Mitbestimmung soll nicht länger vom Geschlecht abhängen. Deutscher Bundestag
Auch Künstler wollen den Neubeginn mitgestalten. Ende 1918 entsteht in Berlin die Novembergruppe. Sie verbindet unterschiedliche Richtungen der modernen Kunst und sucht den Austausch mit Architektur, Musik und anderen Künsten. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist weniger ein verbindlicher Stil als die Überzeugung, dass moderne Kunst einen Platz in der demokratischen Öffentlichkeit haben soll. Berlinische Galerie
Zugleich fordert die Influenza-Pandemie weitere Opfer. Egon Schiele stirbt am 31. Oktober in Wien, nur wenige Tage nach seiner Frau Edith. Der Tod beendet sein Werk im Alter von 28 Jahren. Leopold Museum
1919–1920: Kunst für eine veränderte Gesellschaft
1919: Das Bauhaus verbindet Kunst und Handwerk
Am 19. Januar wählen Frauen in Deutschland erstmals auf nationaler Ebene und können selbst für die verfassunggebende Nationalversammlung kandidieren. Der politische Neubeginn verändert damit auch, wer öffentlich vertreten ist und an Entscheidungen mitwirken kann. Auf die rechtliche Anerkennung folgen allerdings weitere Auseinandersetzungen um tatsächliche Gleichberechtigung. Deutscher Bundestag
Im April gründet Walter Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus. Die neue Schule soll die Trennung zwischen freier Kunst und Handwerk überwinden. Gestalten bedeutet hier nicht nur, ein Bild oder eine Skulptur zu schaffen, sondern auch Materialien kennenzulernen, in Werkstätten zu arbeiten und gemeinsam über die gebaute Umwelt nachzudenken. Die Ausbildung setzt auf Experimente und die Entwicklung eigener Fähigkeiten. Bauhaus Kooperation
Das frühe Bauhaus ist noch stark von handwerklichen Gemeinschaftsidealen und expressionistischen Vorstellungen geprägt. Lyonel Feiningers Holzschnitt „Kathedrale“ auf dem Gründungsmanifest gibt diesem Wunsch ein Bild: Verschiedene Künste sollen sich zu einem gemeinsamen Werk verbinden. Der spätere Schwerpunkt auf industrieller Fertigung und sachlicher Formgestaltung entwickelt sich erst in den folgenden Jahren. Bauhaus Kooperation, Bauhaus Kooperation
In Hannover entwickelt Kurt Schwitters seine „Merz“-Kunst. Aus gebrauchten Papieren, Drucksachen und anderen Fundstücken entstehen neue Kompositionen. Materialien, die im Alltag ihren Wert verloren haben, erhalten im Bild eine andere Bedeutung. Schwitters steht Dada nahe, verfolgt mit Merz aber einen eigenen Weg: Entscheidend ist die Verbindung unterschiedlichster Bestandteile zu einem neuen künstlerischen Zusammenhang. Tate
1920: Dada-Messe, Filmkunst und neue Architektur
Am 26. Februar wird Robert Wienes Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Caligari“ im Berliner Marmorhaus uraufgeführt. Die expressionistische Gestaltung mit verzerrten Räumen, schrägen Linien und starken Hell-Dunkel-Kontrasten macht Verunsicherung zur sichtbaren Umgebung. Das Bühnenbild erscheint wie eine begehbare seelische Landschaft. Damit zeigt der Film, dass sich die Ausdrucksmittel des Expressionismus weit über die Malerei hinaus einsetzen lassen. Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Wie gefährdet die junge Republik bleibt, zeigt im März der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Der Versuch, die demokratische Regierung zu stürzen, scheitert nach wenigen Tagen unter anderem am Generalstreik und an der verweigerten Zusammenarbeit großer Teile der Verwaltung. Politische Gewalt und demokratische Selbstbehauptung gehören zur widersprüchlichen Wirklichkeit der Nachkriegszeit. Deutsches Historisches Museum
Auf der Ersten Internationalen Dada-Messe in Berlin wird diese Gesellschaft zum Gegenstand scharfer Kritik. Hannah Höchs großformatige Fotomontage „Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauch-Kulturepoche Deutschlands“ gehört zu den ausgestellten Werken. Ausschnitte aus der Bilderwelt der Presse treffen in überraschenden Verbindungen aufeinander. Höch zerlegt damit nicht nur Fotografien, sondern auch vertraute Vorstellungen von politischer Autorität und Geschlechterrollen. Das Zusammenfügen wird zu einer Form des Widerspruchs. Staatliche Museen zu Berlin
In Potsdam beginnt im September der Bau des von Erich Mendelsohn entworfenen Einsteinturms. Das Sonnenobservatorium verbindet eine wissenschaftliche Aufgabe mit einer ungewöhnlich plastischen Architektur. Seine fließenden Formen zeigen einen anderen Weg der Moderne als die streng geometrische Gestaltung, mit der die Epoche häufig verbunden wird. Einsteinturm Revisited
Zum Jahresende wird Paul Klee an das Bauhaus berufen. Seine Lehrtätigkeit beginnt 1921. Damit zeichnet sich bereits ab, wie eng die neue Schule mit den malerischen Experimenten der Vorkriegszeit verbunden bleiben wird. Bauhaus Kooperation
Was dieses Jahrzehnt für die moderne Kunst verändert
Zwischen 1911 und 1920 erweitern sich die Möglichkeiten der Kunst grundlegend. Ein Bild muss keine erkennbare Wirklichkeit mehr darstellen. Ein Kunstwerk kann aus gefundenen Materialien bestehen, eine provokante Auswahl sein oder im Zusammenspiel von Sprache, Bewegung und Klang entstehen. Zugleich wächst der Anspruch, mit Kunst das alltägliche Leben mitzugestalten.
Der Weltkrieg verbindet diese Entwicklungen nicht zu einem einheitlichen Stil. Er unterbricht Lebenswege, zerstört Verbindungen und verschärft die Frage nach der gesellschaftlichen Rolle der Kunst. Am Ende des Jahrzehnts stehen deshalb mehrere Möglichkeiten nebeneinander: die Suche nach Ordnung, der öffentliche Widerspruch und der Entwurf einer anderen Lebenswelt.
Wie sich diese Ansätze weiterentwickeln, zeigt die Timeline 1921–1930.
